Details und Erläuterungen

Vermessung und Bau der ägyptischen Pyramiden - von Eckart Unterberger

Details

Die konzentrische Verlegung


Suchen wir also nach Hinweisen, die beweisen, dass die einzelnen Schichten von innen nach außen, sozusagen konzentrisch verlegt wurden.


Nehmen wir einmal an, die Ägypter hätten die Steine geschoben. Über welche Entfernung wurden sie geschoben? Ein Stück können sie auf der Plattform auch gezogen werden, aber dann stehen die ersten Arbeiter am Rande des Abgrunds. Weiters nehmen wir an, dass zumindest 50 Arbeiter benötigt werden, um einen Stein in der Waagrechten zu ziehen. Das ist mit Sicherheit die geringstmögliche Anzahl an Arbeitern, weil gerade die Verkleidungssteine oft schwerer als 2,5 Tonnen waren. Die Arbeiter ziehen zu viert nebeneinander und haben einen Abstand von einem Meter zum Vorder- und zum Hintermann, damit sie sich nicht gegenseitig behindern. Die gesamte Zugkolonne ist dann etwa 15 m lang. Die letzten 15 m muss der Stein also geschoben werden. Wie sieht das aus, wenn die Plattform 100 m x 100 m groß ist? Zum Rand von drei Pyramidenseiten hin müssen die Steine ab einem Abstand von 15 m geschoben werden. Das sind aber schon 40 % der Fläche, das bedeutet, dass 40 % der Steine mühsam geschoben werden müssen. Je höher man baut, umso geringer wird dann der Anteil der Steine, der allein durch Ziehen und damit recht ‚bequem‘ und, noch wichtiger, schnell an seinen Platz gebracht werden kann.


Wir finden an den Pyramiden aber Details, welche die grundlegende Frage, wie die Steine verlegt wurden, eindeutig beantworten.


Die Pyramiden bestehen im Kern aus recht unregelmäßigen Blöcken. Erst im Außenbereich werden die Blöcke regelmäßiger. Abschließend wurden die Pyramiden mit weißem Kalkstein oder manche im unteren Bereich mit Granit verkleidet. Bei den ersten Pyramiden (Knickpyramide, Rote Pyramide) und auch bei den Mastabas begann hinter der Verkleidung sogleich der unregelmäßige Kern. Erst bei der Cheopspyramide wurden auch die hinter der Verkleidung liegenden Steinblöcke behauen. Man nennt diese ‚backing stones‘. Die backing stones sind es, die wir heute sehen, die Verkleidungssteine wurden von Steinräubern im Laufe der Zeit entfernt. Vorhanden sind sie nur noch an der Spitze der Chefrenpyramide, einige wenige davon an der Basis der Cheopspyramide und der Mykerinospyramide. Die backing stones, also die vorletzte Steinreihe (die letzte bilden die Verkleidungssteine) wurden bei der Cheopspyramide aber nicht regelmäßig in einer Linie, sondern mit verschiedenem Abstand zur Außenkante der Pyramide verlegt.

Rampen oder keine Rampen?

Verlegung d Pyramidensteine v außen  - © Eckart Unterberger
Verlegung d Pyramidensteine v innen  - © Eckart Unterberger
Verlegung der Pyramidensteine  - © Eckart Unterberger

Verwendet man eine Rampe oder eine sonstige Vorrichtung, die die Steine an einem Punkt (oder auch an mehreren Punkten) auf die Pyramidenplattform bringt, so können die Blöcke nur von außen nach innen verlegt werden. Das heißt, zuerst werden die Verkleidungssteine verlegt und dann erst die dahinter liegenden Steine. Ansonsten

müssten die Verkleidungssteine, wie hier abgebildet, um die halbe Pyramide herum gezogen werden, was natürlich technisch weder sinnvoll noch machbar ist.

Wurden die Steine von außen nach innen verlegt, oder

wurden die Steine von innen nach außen verlegt?

© 2009 Eckart Unterberger